DAS MA­GA­ZIN

Mo­nat­lich in­for­mie­ren wir un­se­re Mit­glie­der mit der loyal über si­cher­heits­po­li­ti­sche The­men. Ab so­fort kön­nen Mit­glie­der auch im Be­reich Ma­ga­zin die darin auf­ge­führ­ten Ar­ti­kel lesen!

Mehr dazu
DER VER­BAND

Der Ver­band der Re­ser­vis­ten der Deut­schen Bun­des­wehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mit­glie­der. Wir ver­tre­ten die Re­ser­vis­ten in allen mi­li­tä­ri­schen An­ge­le­gen­hei­ten.

Mehr dazu
MIT­GLIED­SCHAFT

Wer­den Sie Teil einer star­ken Ge­mein­schaft

Mehr dazu

Ge­sell­schaft

Wo ist die Gren­ze zum Rechts­ex­tre­men?




Ein Iden­ti­tä­rer wäh­rend der Ak­ti­on "De­fend Eu­ro­pe", mit der die Iden­ti­tä­re Be­we­gung gegen Mi­gra­ti­on agi­tiert.

Foto: Dirk Alt

Wir tra­fen uns in einem Café in Köln-Mül­heim. Wir un­ter­hiel­ten uns über un­se­re Fa­mi­li­en, dar­über, wie es ist, mit meh­re­ren Ge­schwis­tern auf­zu­wach­sen. Das Tref­fen mit ihr lief gut. Wir hat­ten uns viel zu er­zäh­len, bis sie mich nach mei­nem Beruf frag­te. Als ich ihr von Re­ser­vis­ten der Bun­des­wehr, vom Re­ser­vis­ten­ver­band und sei­nen Ak­ti­vi­tä­ten er­zähl­te, merk­te ich, wie sie skep­tisch ihre Mund­win­kel ver­zog. Ir­gend­wann fiel ein Satz, der mich bis heute zum Nach­den­ken bringt: „Aber Bun­des­wehr­sol­da­ten, sind die nicht rechts?“ Ich ver­nein­te und frag­te sie, woher die­ser Ein­druck komme. Dann fügte ich hinzu, dass sich Re­ser­vis­ten und Sol­da­ten der Bun­des­wehr zur frei­heit­lich-de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung be­ken­nen und dass rechts­ex­tre­me Mit­glie­der nicht to­le­riert wer­den. Die­ser Hin­weis über­zeug­te mein Ge­gen­über nicht. Das Ge­spräch ent­wi­ckel­te sich zu einer po­li­ti­schen Dis­kus­si­on. Sie warf Bun­des­wehr­sol­da­ten in einen Topf mit Rechts­ra­di­ka­len, oder schlim­mer. Mach­te sie mir einen Vor­wurf? Etwa, dass ich nicht wüss­te, dass rechts sein per se etwas Schlech­tes ist? Aber was be­deu­tet über­haupt rechts, was be­deu­tet rechts­ex­trem sein? Ich hatte das Ge­fühl, ich werde zu Un­recht in eine Schub­la­de ge­steckt, in die ich nicht ge­hö­re.

Das Tref­fen er­eig­ne­te sich im Früh­jahr 2017, als der Skan­dal um den Bun­des­wehr­sol­da­ten Fran­co A. durch die Me­di­en schwapp­te. Übrig bleibt eine Frage, die mich um­treibt: Darf man über­haupt rechts sein? Mein Bauch­ge­fühl würde klar ant­wor­ten: „Nein, auf kei­nen Fall.“ Der vor Kur­zem ver­üb­te Mas­sen­mord in einer neu­see­län­di­schen Mo­schee zeigt, wohin es füh­ren kann, wenn sich Ras­sis­ten und Aus­län­der­fein­de immer stär­ker ra­di­ka­li­sie­ren. Wenn wie in Christ­church Hass in Ge­walt um­schlägt, wird Ras­sis­mus und Aus­län­der­feind­lich­keit eine Ge­fahr für den Frie­den und Zu­sam­men­halt in der Ge­sell­schaft. Wie ge­fähr­lich ist also rech­tes Ge­dan­ken­gut? Wo sind die Gren­zen zwi­schen kon­ser­va­ti­ven, rechts­ra­di­ka­len und -ex­tre­men Mei­nun­gen? Mit die­sen Fra­gen be­fin­de ich mich mit­ten­drin im si­cher­heits­po­li­ti­schen Se­mi­nar der Lan­des­grup­pe Nie­der­sach­sen des Re­ser­vis­ten­ver­ban­des zum Thema „Ge­fah­ren von Ex­tre­mis­mus und Po­pu­lis­mus“.

Sze­nen­wech­sel: Se­mi­nar der Lan­des­grup­pe Nie­der­sach­sen

Ich sitze in einem Se­mi­nar­raum der Po­li­ti­schen Bil­dungs­stät­te Helm­stedt. Neben mir hören zehn wei­te­re Mit­glie­der Dr. Dirk Alt zu. Der His­to­ri­ker lei­tet das Se­mi­nar, das die Lan­des­grup­pe Nie­der­sach­sen wie viele wei­te­re si­cher­heits­po­li­ti­sche Se­mi­na­re zu­sam­men mit der Bil­dungs­stät­te Helm­stedt an­bie­tet. Die Ein­rich­tung, die Mit­glied im Netz­werk der Po­li­ti­schen Bil­dung der Bun­des­wehr ist, führt unter der Lei­tung von Oberst­leut­nant d.R. André Lind­ner auch re­gel­mä­ßig Se­mi­na­re für die Bun­des­wehr durch.

Eine Mit­ar­bei­te­rin des nie­der­säch­si­schen In­nen­mi­nis­te­ri­ums er­läu­tert die Auf­ga­ben des Ver­fas­sungs­schut­zes. Die­ser habe die Auf­ga­be, Be­stre­bun­gen zu be­ob­ach­ten, die sich ziel- und zweck­ge­rich­tet gegen die frei­heit­lich-de­mo­kra­ti­sche Grund­ord­nung rich­ten. Der Ver­fas­sungs­schutz dürfe keine Ein­zel­per­so­nen be­ob­ach­ten. Ge­gen­stand sei immer ein Zu­sam­men­schluss von po­li­tisch mo­ti­vier­ten Per­so­nen.

Als rechts­ex­trem ver­steht der Ver­fas­sungs­schutz: „Be­stre­bun­gen, die sich gegen die im Grund­ge­setz kon­kre­ti­sier­te fun­da­men­ta­le Gleich­heit der Men­schen rich­ten und die uni­ver­sel­le Gel­tung der Men­schen­rech­te ab­leh­nen. Rechts­ex­tre­me sind Fein­de des de­mo­kra­ti­schen Ver­fas­sungs­staa­tes, sie haben ein au­to­ri­tä­res Staats­ver­ständ­nis, das bis hin zur For­de­rung nach einem nach dem Füh­rer­prin­zip auf­ge­bau­ten Staats­we­sen ge­prägt ist. Das rechts­ex­tre­mis­ti­sche Welt­bild ist ge­prägt von einer Über­be­wer­tung eth­ni­scher Zu­ge­hö­rig­keit, aus der unter an­de­rem Frem­den­feind­lich­keit re­sul­tiert. Dabei herrscht die Auf­fas­sung vor, die Zu­ge­hö­rig­keit zu einer Eth­nie, Na­ti­on oder ‚Rasse‘ be­stim­me den Wert eines Men­schen. Of­fe­ner und im­ma­nen­ter Be­stand­teil aller rechts­ex­tre­mis­ti­schen Be­stre­bun­gen ist zudem der An­ti­se­mi­tis­mus.“ Die Mit­ar­bei­te­rin des Ver­fas­sungs­schut­zes er­klärt uns den Un­ter­schied zwi­schen der so ge­nann­ten „Alten Rech­ten“, zu denen rechts­ex­tre­me Par­tei­en mit Bezug zum Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, Skin­heads und die Neo­na­zi-Szene ge­hö­ren, und den „Neuen Rech­ten“. Das Phä­no­men der „Neuen Rech­ten“ stammt aus Frank­reich. Sie ist eine rechts­ex­tre­me Strö­mung, die bis­her an keine Par­tei­en ge­bun­den ist, aber Bezug zu rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei­en hat.

Die „neue Rech­te“ am Bei­spiel der Iden­ti­tä­ren

Als Bei­spiel der „Neuen Rech­ten“ wird die Iden­ti­tä­re Be­we­gung ge­nannt. Deren Selbst­ver­ständ­nis sei es, einen Ab­wehr­kampf gegen Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und Ein­wan­de­rung zu füh­ren, Grund­la­ge sei die Vor­stel­lung vom Eth­noplu­ra­lis­mus. Mit die­sem Be­griff kämp­fen die Iden­ti­tä­ren für eine Welt, in der eth­nisch ho­mo­ge­ne Na­tio­nen ge­trennt sind. Dabei herrscht das Ver­ständ­nis vor, dass eine Na­ti­on nur aus einer ho­mo­ge­nen eth­ni­schen Grup­pe be­steht. Das ist eine Vor­stel­lung eines völ­ki­schen Na­tio­nen­be­grif­fes, nur neu ver­packt. Die Iden­ti­tä­ren war­nen davor, dass füh­ren­de Eli­ten des Lan­des die Be­völ­ke­rung sys­te­ma­tisch „aus­tau­schen“ woll­ten und sie ver­ste­hen sich als die Letz­ten, die das noch ver­hin­dern kön­nen.

Sym­bol­fo­to: Auf­kle­ber der Iden­ti­tä­ren Be­we­gung an einem La­ter­nen­pfahl bei Köln.

Abends nach dem Vor­trag lese ich meh­re­re Me­di­en­be­rich­te über den Mas­sen­mord in der neu­see­län­di­schen Mo­schee. Den Be­rich­ten zu­fol­ge soll der mut­ma­ß­li­che Täter ein Ma­ni­fest ver­fasst haben. Der Titel die­ser Schrift lau­tet „Der große Aus­tausch“. Den­sel­ben Titel trägt auch das Buch von Ren­aud Camus, ein Vor­den­ker der „Neuen Rech­ten“, auf den sich die Iden­ti­tä­ren be­ru­fen. Damit be­zieht sich der mut­ma­ß­li­che Mas­sen­mör­der von Christ­church of­fen­bar auf eine ähn­li­che völ­kisch-na­tio­na­lis­ti­sche Ver­schwö­rungs­theo­rie, die im Nazi-Jar­gon auch als „Um­vol­kung“ be­zeich­net wird. Es scheint so, als habe er den „Ab­wehr­kampf gegen Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und Ein­wan­de­rung“ in die Tat um­ge­setzt. Ich fühle mich be­stä­tigt: Die „Neue Rech­te“ ist eine Ge­fahr.

Wo liegt nun die Gren­ze zwi­schen rechts außen und Rechts­po­pu­lis­mus?

Dr. Dirk Alt zeigt uns Zi­ta­te von AfD-Po­li­ti­kern. Dar­un­ter sind die Schieß­be­fehl-Äu­ße­run­gen von Bea­trix von Storch, die Vo­gel­schiss-Rede von Alex­an­der Gau­land und die Dresd­ner Rede von Björn Höcke, in der er das Ho­lo­caust-Denk­mal in Ber­lin als „Denk­mal der Schan­de“ be­zeich­net hat und eine er­in­ne­rungs­po­li­ti­sche Wende um 180 Grad for­der­te. Ich teile Hö­ckes Aus­sa­gen gar nicht und bin über­zeugt: Wir dür­fen den Ho­lo­caust nicht weg­dis­ku­tie­ren. Wir haben als Deut­sche eine Ver­ant­wor­tung, uns an un­se­re Ge­schich­te zu er­in­nern, damit sich Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit wie im Zwei­ten Welt­krieg nicht wie­der­ho­len. Die Se­mi­nar­teil­neh­mer dis­ku­tie­ren kon­tro­vers. Ei­ni­ge fra­gen sich: „Wer be­stimmt die Er­in­ne­rungs­po­li­tik in un­se­rem Land? Warum kön­nen wir nicht stolz auf unser Land sein?“ Dr. Alt merkt an, dass dies be­rech­tig­te Fra­gen seien. Ein Blick in die Zeit­ge­schich­te könne Ant­wor­ten geben. Kann ein Deut­scher heute stolz auf sein Land sein? Ich gebe zu, das ist eine sehr in­ter­es­san­te und gleich­zei­tig kom­ple­xe Frage. Mich be­schleicht das Ge­fühl, es gibt keine ein­fa­che Ant­wort. Denn Vor­stel­lun­gen wie Hei­mat­lie­be haben durch­aus ihre Be­rech­ti­gung. Und ja, wir kön­nen stolz sein auf viele Jahre De­mo­kra­tie, uni­ver­sa­le Men­schen­wür­de, To­le­ranz und den welt­wei­ten Ein­satz für Mul­ti­la­te­ra­lis­mus und Men­schrech­te.

>> Aus der ak­tu­el­len loyal: Ein Platz für Nazis?

Dirk Alt prä­sen­tiert ein wei­te­res Zitat: „Die Vor­stel­lung, dass eine mo­der­ne Ge­sell­schaft in der Lage sein müss­te, sich als mul­ti­kul­tu­rel­le Ge­sell­schaft zu eta­blie­ren, mit mög­lichst vie­len kul­tu­rel­len Grup­pen, halte ich für ab­we­gig. Man kann aus Deutsch­land mit im­mer­hin einer tau­send­jäh­ri­gen Ge­schich­te seit Otto I. nicht nach­träg­lich einen Schmelz­tie­gel ma­chen. (…) Weder aus Frank­reich noch aus Eng­land, noch aus Deutsch­land dür­fen Sie Ein­wan­de­rungs­län­der ma­chen. Das er­tra­gen die Ge­sell­schaf­ten nicht. Dann ent­ar­tet die Ge­sell­schaft! (…) Es kann dazu kom­men, dass wir über­schwemmt wer­den.“ Wir dis­ku­tie­ren über diese Äu­ße­rung, ins­be­son­de­re über den Be­griff „ent­ar­tet“, der an Nazi-Jar­gon er­in­nert. Hätte meine Be­kannt­schaft aus Köln diese Aus­sa­ge als rechts­ex­trem ein­ge­stuft? Hätte Sie Ihre Mei­nung ge­än­dert, wenn Sie ge­wusst hätte, dass dies ein Zitat eines So­zi­al­de­mo­kra­ten ist, näm­lich von Ex-Bun­des­kanz­ler Hel­mut Schmidt aus dem Jahr 1992? Ver­mut­lich nicht. Es ist egal, ob das ein So­zi­al­de­mo­krat ge­sagt hat, die Aus­sa­ge bleibt höchst pro­ble­ma­tisch.

Die Gren­zen des Sag­ba­ren sind um­kämpft

Wir ler­nen, die Gren­zen des Sag­ba­ren sind um­kämpft und schwin­gen hin und her wie ein Pen­del. Was ges­tern noch als rechts­ra­di­kal galt, ist heute viel­leicht eine ak­zep­tier­te Mei­nung, weil rechts­po­pu­lis­ti­sche Äu­ße­run­gen die Gren­zen des Sag­ba­ren aus­wei­ten. Oder was vor ei­ni­gen Jah­ren als rechts­po­pu­lis­tisch galt, ist heute in­ak­zep­ta­bel, weil es als rechts­ex­tre­mis­tisch be­wer­tet wird. Die Teil­neh­mer dis­ku­tie­ren über die Gren­zen des Sag­ba­ren. Sie haben das Ge­fühl, dass häu­fig über be­stimm­te Pro­ble­me wie zum Bei­spiel Aus­län­der­kri­mi­na­li­tät nicht ge­spro­chen wer­den dürfe, weil das gegen die po­li­ti­sche Kor­rekt­heit sei. An die­ser Stel­le zeigt sich der Wert des Se­mi­nars. „Meine Er­war­tun­gen sind er­füllt wor­den. Ich schät­ze, dass man hier kon­tro­vers dis­ku­tie­ren kann, dass die De­bat­te er­mög­licht wird. Schub­la­den­den­ken ge­schieht hier nicht“, sagt ein Teil­neh­mer. Das ist ein Kom­pli­ment, das Oberst­leut­nant d.R. André Lind­ner gern an­nimmt. „Wir ste­hen hier im Kon­text der frei­heit­lich-de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung für Of­fen­heit in der Dis­kus­si­on“ er­läu­tert er. Die Teil­neh­mer an den vie­len si­cher­heits­po­li­ti­schen Se­mi­na­ren, die oft ge­för­dert wer­den von der Bun­des­zen­tra­le für Po­li­ti­sche Bil­dung, ver­tre­ten wert­kon­ser­va­ti­ve bis star­ke li­be­ra­le Po­si­tio­nen. In­ter­es­sier­ten Bür­gern ste­hen die Ver­an­stal­tun­gen eben­falls offen, was die Mei­nungs­viel­falt be­för­dert. „Jeder ak­zep­tiert die Spiel­re­geln un­se­rer De­mo­kra­tie. Wir för­dern das Ab­wä­gen von Ar­gu­men­ten und den Abbau von Vor­ur­tei­len. Denn De­mo­kra­tie ist die ein­zi­ge Staats­form, die ge­lernt wer­den muss“, be­tont Lind­ner. Den Ein­druck habe ich auch. Der Dis­kus­si­ons­be­darf ist groß.

Oberst­leut­nant d.R. André Lind­ner, Lei­ter der Po­li­ti­schen Bil­dungs­stät­te Helm­stedt, und Re­fe­rent Dr. Dirk Alt set­zen Schwer­punk­te in der po­li­ti­schen Bil­dungs­ar­beit.

„Hier wird nicht von oben herab ge­ur­teilt, es wer­den an­de­re und kon­tro­ver­se Mei­nun­gen zu­ge­las­sen. Das er­le­be ich nicht so oft mit an­de­ren Grup­pen“, lobt Dr. Dirk Alt die De­bat­ten­kul­tur unter den Re­ser­vis­ten und fügt hinzu: „Ich sehe ein ge­samt­ge­sell­schaft­li­ches Pro­blem darin, dass kri­ti­sche Mei­nun­gen aus Angst vor Stig­ma­ti­sie­rung nicht mehr öf­fent­lich ge­äu­ßert wer­den. Die öf­fent­li­che Mei­nung, etwa in den Me­di­en, und die Pri­vat­mei­nung klaf­fen zu­neh­mend aus­ein­an­der. Das muss ir­gend­wo auf­ge­fan­gen wer­den. Wir müs­sen die Men­schen er­mun­tern, vor­be­halts­los und re­spekt­voll ihre Mei­nung zu sagen, denn nur dann kön­nen wir mit­ein­an­der dis­ku­tie­ren.“ Ich merke, das Thema Mi­gra­ti­on und Iden­ti­täts­po­li­tik ruft kon­trä­re Mei­nun­gen her­vor. Durch eine sach­li­che Dis­kus­si­on kön­nen Sor­gen und Nöte an­ge­spro­chen wer­den und gleich­zei­tig po­pu­lis­ti­sche Ar­gu­men­te ent­kräf­tet wer­den. Eine Be­geg­nung mit An­stand und Re­spekt ist ein Akt der Ka­me­rad­schaft. Das ge­bie­tet auch die Funk­ti­on des Re­ser­vis­ten als Mitt­ler in der Ge­sell­schaft. So­bald eine sach­li­che und durch­aus emo­tio­na­le De­bat­te je­doch in Men­schen­feind­lich­keit und Ideo­lo­gie aus­schlägt, darf man die­ser kei­nen Raum geben.

Wenn meine Be­kannt­schaft und ich da­mals auf Au­gen­hö­he, mit Re­spekt und An­stand dis­ku­tiert hät­ten, hät­ten wir wahr­schein­lich beide ein­ge­se­hen, dass es zwar ein­zel­ne Per­so­nen in der Bun­des­wehr gibt, die rechts­ex­tre­me Po­si­tio­nen be­zie­hen, die über­wie­gen­de Mehr­heit der Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten sich je­doch fest zur un­se­rer De­mo­kra­tie be­ken­nen. Da bin ich mir si­cher.

Ver­wand­te Ar­ti­kel
All­ge­mein

Braucht Deutsch­land einen zu­sätz­li­chen Nach­rich­ten­dienst?

Nach­rich­ten­dienst­li­che Er­kennt­nis­se sind es­sen­zi­ell zur mi­li­tä­ri­schen La­ge­be­ur­tei­lung, für tak­ti­sche und ope­ra­ti­ve Pla­nun­gen. Bei Aus­lands­ein­sät­zen war und ist die Bun­des­wehr auf...

04.04.2025 Von Ben­ja­min Vor­höl­ter
All­ge­mein

Bun­des­wehr und Re­ser­ve - News­blog KW 14

Was be­rich­ten die Me­di­en in die­ser Woche über die Bun­des­wehr und ihre Re­ser­ve? Wel­che The­men ste­hen auf der si­cher­heits­po­li­ti­schen Agen­da?...

04.04.2025 Von Sören Pe­ters
Ver­band

Image­kam­pa­gne: Ein mil­lio­nen­fa­cher Er­folg

Das Jahr der Image­kam­pa­gne ist zu Ende. Um den Wehr­wil­len der Be­völ­ke­rung zu we­cken und die Re­si­li­enz ge­gen­über Kri­sen zu...

03.04.2025 Von Nadja Klöp­ping und Ju­li­an Hü­ckel­heim